Hinter den Kulissen

Das Ekhof-Theater neu erleben

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Mittels „Virtual Reality (VR)-Experience“-Technologien wird der Besucher in die Zeit um 1775 zurückgeführt, hinein in einen Probenalltag vor fast 250 Jahren. Dazu ist eine multimediale Ausstellung geplant.

Das Ekhof-Theater Gotha digital erleben

Erleben Sie das Beste aus zwei Welten: Sehen Sie das legendäre Ekhof-Theater, wie Sie es noch nie gesehen haben. Digitale Animationen und filmische Sequenzen erwecken das Barocktheater samt seiner faszinierenden Bühnenmaschinerie auch außerhalb des Ekhof-Festivals zum Leben. Wie funktioniert die Kulissenwandlung? Was passiert eigentlich in der Unterbühne? Conrad Ekhof höchstpersönlich nimmt Sie mit auf eine virtuelle Zeitreise in den Probenalltag des 18. Jahrhunderts, als das Gothaer Hoftheater die Schauspiellandschaft revolutionierte.

Möglich machen dieses Erlebnis 40 VR-Brillen, die Einzelbesuchern und Gruppen zur Verfügung stehen. Das Angebot ist deutsch/englisch und barrierefrei. 

Die neue multimediale Ausstellung „Hinter den Kulissen“ bereitet die Besucher vor und bietet vertiefende historische Informationen. Über Nachbauten der historischen Bühnenmaschinerie wird das Erlebnis von Theaterdonner, -wind und -regen sinnlich erfahrbar

Start: 26. Juni 2022

Eine der ältesten Bühnenmaschinerien der Welt

Das Gothaer Schlosstheater besitzt eine der ältesten barocken Bühnenmaschinerien der Welt – eine Sensation, die über das virtuelle Erleben neu vermittelt wird. Was heute als „Ekhof-Theater“ zur Europäischen Route Historische Theater gehört und weltbekannt ist, wurde ab 1681 als barockes Hoftheater im Westturm von Schloss Friedenstein eingerichtet. Seine künstlerische Glanzzeit erlebte die Spielstätte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als 1774 die Seylersche Schauspiel-Gesellschaft um Conrad Ekhof (1720 – 1778) nach Gotha kam. Der geborene Hamburger gilt als Begründer der realistischen Darstellung, die sich zu dieser Zeit erst herausbildete. Als „Vater der deutschen Schauspielkunst“ ging er in die Theatergeschichte ein.

Ekhof förderte den Nachwuchs und sicherte zugleich mit der Anregung einer Pensionskasse die Altersversorgung. Seine Absicht, diese auf ganz Deutschland auszuweiten, wurde 1778 durch seinen frühen Tod zunichtegemacht. Im Jahr darauf löste der Herzog das Theater auf. Die meisten Darsteller gingen nach Mannheim, wo sie etwa in der berühmten Uraufführung von Schillers „Die Räuber“ mitwirkten

Hier erfahren Sie mehr über das Ekhof Theater.

Das Theater ist ein Kleinod im Schlossgebäude, aber aus konservatorischen Gründen können Besucher es viel zu selten lebendig und in Aktion sehen. Gerade die Besichtigung der Unterbühne und der Soffitten unter der Decke des Theaters, die an die Takelage eines Segelschiffes erinnern, ist – auch aus sicherheitsrechtlichen Gründen – nicht möglich.

Erlebbar ist diese Bühnenmaschinerie während des jährlich von Ende Juni bis Ende August stattfindenden Ekhof-Festivals: In Sekundenschnelle können die Kulissen verwandelt werden, über den Senkboden treten Personen in Erscheinung, Donner und Wind lassen den Zuschauer erschaudern. Ausführliche Informationen zum Ekhof-Festival finden Sie hier.

Mit der neuen Ausstellung und der VR-Experience können Sie nun mehr Einblicke in die einmalige Theaterwelt erhalten.

Die neue multimediale Ausstellung

Die neue multimediale Ausstellung bietet Einblicke in diese spannende Geschichte des Theaters und in die Funktion der barocken Bühnenmaschinerie. Dr. Friedegund Freitag, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung und Kuratorin, hat gemeinsam mit dem Büro Faible (Leipzig) eine neue, interaktive Ausstellung „Hinter den Kulissen“ konzipiert: Hier haben die Besucher*innen die Möglichkeit, das Thema mittels Nachbauten der barocken Bühnenmaschinerie sinnlich zu erfahren und selbst Donner, Wind und Regen zu erzeugen. Verschiedene Medienstationen ermöglichen zusätzliche Einblicke und kurze Graphic Novels veranschaulichen die Geschichte des Theaters. Mittels einer Broschüre und einer Microsite kann der Gast das Theatererlebnis mit nach Hause nehmen.

Hinter den Kulissen - Neue Dauerausstellung, Fotos Boris Hajdukovic

Virtual Reality (VR)-Experience im Theater

Im historischen Theaterraum selbst werden die Besucher*innen durch „Virtual Reality (VR)-Experience“-Technologien in die Zeit um 1775 versetzt, hinein in einen lebhaften Probenalltag vor fast 250 Jahren. Hier erscheint plötzlich Conrad Ekhof auf der Bühne und entführt in die Geschichte des Theaters, veranschaulicht durch kunstvolle Animationen. Danach erfolgt ein Stelldichein mit realen Schauspieler*innen, bei der die Bühnentechnik erprobt wird. Magisch verschwinden die Wände und die Technik wird plötzlich sicht- und erlebbar. Am Schluss erläutern drei kurze Filme die einzelnen technischen Elemente noch einmal ausführlicher. Möglich machen dieses Erlebnis insgesamt 40 VR-Brillen, die nicht nur Einzelbesucher*innen sondern auch Gruppen zur Verfügung stehen. Die Experience wurde von der Agentur C4 aus Berlin entwickelt und umgesetzt. Die Angebote der VR-Experience sind ebenso wie die Werkstatt-Ausstellung in deutscher und englischer Sprache verfügbar.

Öffnungszeiten und Eintritt

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, 10 – 16 Uhr (November bis März)
Dienstag bis Sonntag, 10 – 17 Uhr (April bis Oktober)

An Feiertagen geöffnet, 24. und 31.12. geschlossen.

Eintritt:

5,00 € (ermäßigt 2,50 €) oder Tageskarte der Museen
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr haben freien Eintritt.

Für Gruppen ab 10 Personen bitten wir um Voranmeldung:
Telefon (03621) 8234-200
service@stiftung-friedenstein.de

„Durch alle Glieder fuhr mir die Weihe“

Eine historische Theaterprobe mit Conrad Ekhof nach den Aufzeichnungen von August Wilhelm Iffland im deutschen Theateralmanach von 1807